12. Oktober 2011

Apostelkirche - - in der Nachkriegszeit

Pfingstmosaik

Vor der Renovierung 1999 befanden sich die beiden Abendmahl-Glasfenster nebeneinander links des Altars. Der Platz rechts davon war zunächst weiße Wand, der Durchbruch für ein Fenster war dort angeblich nicht möglich.

Nach dem Krieg beauftragte der Kirchenvorstand unter Pfr. Dr. Buergel-Goodwin den Münchner Kunstmaler und Mosaikbildner Georg Poschner mit der Erstellung eines Mosaikbildes zum Thema „Pfingsten“. Poschner war ein Freund unserer Familie und wohnte bei uns, als er das Pfingstmosaik mit den vielen kleinen, farbigen Steinchen im Alleingang gestaltete. Fast täglich besuchte ich „Onkel Georg“ in der Kirche und sah interessiert zu, wie sein Werk wuchs. Abends brachte er uns Kindern manchmal eine Hand voll übriger bunter Steine als willkommenes Spielzeug mit.

Als ich in den 90-er Jahren Pfarrer Wilding kennenlernte – von einem Abbruch des Bildes war noch keine Rede – konnte ich ihm mit dem Geschenk übriger Original-Mosaiksteine eine große Freude machen. Da mir wie vielen Gemeindegliedern das Pfingstbild ans Herz gewachsen war, „kämpfte“ ich aus der Ferne um dessen Erhalt, leider erfolglos. Gerne erinnere ich mich aber an dieses eindrucksvolle Kunstwerk mit den Aposteln, das über 50 Jahre lang den Altarraum zierte und genau zu dem Zeitpunkt entfernt wurde, als die Kirche den Namen „Apostelkirche“ erhielt.

Udo Horeth, Kempten (Allgäu)
1961 – 1970: Leiter des Posaunenchores,
Gesangssolist, Mitglied des Kirchenchores, Aushilfsorganist.