27.Juni 2011
Erinnerung an Ruth Hinderer
Apostelkirche - anno 1942 bis 1992
Dorothea Strecker erinnert an Ruth Hinderer
Da wir uns erst vor ca. 37 Jahren hier
angesiedelt haben, kann ich wenig
über die frühen Jahre unserer Kirchengemeinde
berichten, aber ich
möchte eine Persönlichkeit in Erinnerung
rufen, die 50 Jahre lang in
dieser Gemeinde wirkte, die mit ihrer
bescheidenen Zurückhaltung, mit
Diensteifer und Zuverlässigkeit, mit
ihrer unnachahmlichen Eigenart und
Originalität bekannt und beachtet
wurde – unsere Ruth Hinderer!
Ruth Hinderer wird wohl nicht nur
wegen ihres Vermächtnisses und
ihrer Originalität einmalig bleiben,
sondern auch wegen ihres 50jährigen
unermüdlichen Engagements!
Sie war „von anno dazumal“! Wer
macht ihr das heute noch nach?
Dorothea Strecker
18 Jahre lang im Kirchenvorstand

Nachdem Ruth Hinderer 1942 am Erntedankfest das erste Mal an der Miesbacher
Orgel gespielt hatte, entwickelte sie in den folgenden 5 Jahrzehnten verschiedenste
Aktivitäten. Sie leitete seit Kriegsende den Kirchenchor, gründete den Posaunenchor,
unterstützte ihn als Bläserin, nahm bei ihrer kirchenmusikalischen
Arbeit erste Kontakte zu Musikfreunden der katholischen Pfarrgemeinde auf
und konnte sie zu gemeinsamem Musizieren gewinnen. So legte sie den
Grundstein unserer ökumenischen Beziehungen.
Sie war immer zur Verfügung, jedes Wochenende war sie auf ihrer Orgel
bei Gottesdiensten, Taufen, Beerdigungen. Sie engagierte sich in jungen
Jahren für die Jugendarbeit, war Religionslehrerin an den Grundschulen,
führte jahrelang die Kirchenbücher und die Kartei, half beim Gemeindebrief
mit und bis ins hohe Alter bei Sammlungen. In ihrer freien Zeit fuhr
sie als Klavierlehrerin von Haus zu Haus! Und wann immer möglich, war
sie Sommer wie Winter in ihren geliebten Bergen unterwegs!
Zu ihrer Verabschiedung an ihrem 75. Geburtstag, am 12.12.1992, wurde
sie reichlich geehrt: von Kirchen- und Pfarrgemeinde, von Kommune
und mit Ehrenurkunde vom Freistaat Bayern, von vielen Freuden
und Schülern. Sie war eine Institution geworden! Als unsere „Hi“ – so
nannten sie Freunde – 1996 starb, hinterließ sie der evangelischen
Kirchengemeinde eine bedeutende Summe, die zur Anschaffung einer
neuen Orgel verwendet wurde: diese trägt nun ihren Namen!