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13.Oktober 2011

Christuskirche Fundraising ist mehr als bloßes Geldsammeln

Heike Chr. Davidson ist Pfarrerin und Fundraisingmanagerin der Evangelisch – Lutherischen Landeskirche in Bayern. Seit Dezember 2010 arbeitet der Förderkreis „Freunde der Christuskirche“ mit ihr zusammen.

Frau Davidson, wie sind Sie aufmerksam geworden auf die Christuskirche in Schliersee?
Davidson: Bei dem Ökumenischen Kirchentag 2010 in München betreute ich zusammen mit Frau Mehrer (Landessynodalin aus dem Dekanat Bad Tölz) den Stand des Kirchenkreises München Oberbayern. Dabei kamen wir auf meinen Arbeitsbereich „Fundraising“ zu sprechen und ich erzählte ihr, welche Schwerpunkte ich in diesem weiten Feld als Pfarrerin der ELKB setze. Einige Zeit später kam Frau Mehrer auf mich zu und fragte mich, ob ich bei einer ersten konstituierenden Sitzung für ein Fundraising zugunsten der Christuskirche teilnehmen könne. Und so trafen sich alle Interessierten erstmals zu diesem Thema in einer großen Runde im Gemeindehaus in Neuhaus im Dezember 2010.

Was hat Sie gereizt an der Begleitung des Förderkreises „Freunde der Christuskirche“?
Davidson: Die Menschen, die ich an jenem Winterabend bei der konstituierenden Sitzung traf, waren interessiert, offen und aufmerksam gegenüber dem Thema Fundraising für die Christuskirche. Mir ist dabei immer sehr wichtig, dass die Menschen erkennen, dass Fundraising mehr umfasst als bloßes Geldsammeln. Für mich bedeutet kirchliches Fundraising in erster Linie Gemeindeentwicklung und langfristige Gemeindebindung. Es wurde mir schnell klar, dass wir damit eine gemeinsame Basis haben, auf der wir gemeinsam etwas aufbauen können. Dazu kam der Stolz der Beteiligten auf ein solches architektonisches Juwel, den ich sehr intensiv wahrnahm. So wurde ich schon für die Christuskirche in Schliersee gewonnen, bevor ich sie überhaupt das erste Mal sah. Daneben reizte mich die etwas ungewöhnliche Situation, dass die Sanierung weitgehend zeitgleich mit der „Umgemeindung“ von Schliersee an die Kirchengemeinde Neuhaus fällt. Dadurch ergeben sich viele neue Möglichkeiten zu kreativen Denkprozessen. Zugleich müssen die Veränderungen gut bedacht sein und es braucht für alle Beteiligten sinnvolle Lösungen.

Sie sind Fundraising-Managerin. Wie kann Fundraising helfen bei der Gestaltung der Zukunft der Christuskirche?
Davidson: Fundraising will generell langfristig und nachhaltig Gutes erhalten bzw. ermöglichen. Hierfür sind viele Aspekte zu berücksichtigen: Menschen, Zeit, Finanzierung etc. Fundraising arbeitet mit all diesen Faktoren und erstellt daraus einen Zukunftsplan. Eine solche Planung, die die Belange der Menschen und des Gebäudes auf Dauer in den Blick nimmt, braucht die Christuskirche. Ich denke auch die Kirchengemeinde und die Ortsgemeinde können hiervon profitieren. Denn die Überlegungen für die Christuskirche sind Teil der größeren Zusammenhänge, die dadurch auch neue Denkanstöße erhalten und Entscheidungen treffen werden. So wird sich einiges in Schliersee und Umgebung verändern – geplant, aber nicht unflexibel - kreativ, aber nicht chaotisch. Neben den inhaltlichen Schwerpunkten für die Christuskirche braucht es für die bestehenden und die neuen Angebote auch eine dauerhaft Finanzierung. Die Kirchengemeinde Neuhaus mit ihren dann 4 Kirchengebäuden (Neuhaus, Fischbachau, Bayrischzell und Schliersee) kann dies künftig sicher nicht alleine stemmen. Diese unterschiedlichen Aspekte miteinander zu bedenken und die Schwierigkeiten strukturell anzugehen ist meine Perspektive für das Fundraising zugunsten der Christuskirche und des Gemeindeaufbaus in Schliersee und Umgebung.

Wie haben Sie die Anfänge des Förderkreises erlebt?
Davidson: Ich erlebe die Menschen des Förderkreises sehr ambitioniert und voller Tatendrang. Allerdings hat sich der Personenkreis inzwischen immer wieder verändert, was die Teamarbeit für ein perspektivisches Fundraising etwas erschwert. Was mich damals wie heute immer wieder freut, ist die offene und kollegiale Zusammenarbeit der Kirchengemeinden Neuhaus und Miesbach in dieser komplizierten Zeit der „Umgemeindung“. Das ist bei solch gravierenden Dekanatsentwicklungsprozessen wahrlich nicht selbstverständlich und zeugt von einer hohen Transparenz bei allen Entscheidungen. Dies kommt auch der Arbeit des Freundeskreises sehr zu Gute.

Wie beurteilen Sie die Fortschritte, die bis jetzt erreicht wurden?
Davidson: Ich freue mich, dass die Sanierung der Christuskirche voranschreitet. Hierfür zeichnen sich mehrere Menschen mit viel Herz, Kopf und Händen verantwortlich. Ein solches Unternehmen schweißt zusammen, das erlebe ich auch hier in Schliersee. Zudem ist die konkrete Jahresplanung der Veranstaltungen in der Kirche ein wichtiger Schritt für das ganze Team. Doch es bedarf noch großer Anstrengungen, bis die Räumlichkeiten der Christuskirche wirklich umfassend und dauerhaft genutzt werden können. (Heizung, Unterhalt, etc.)

Was ist Ihre Zukunftsvision für die Christuskirche?
Davidson: Ich wünsche der Christuskirche eine ausstrahlende Lebendigkeit – viele Menschen mögen in diesem wunderschönen Raum einen guten Ort für sich finden. Denn die Christuskirche bietet für verschiedene Formen des Zusammenkommens die idealen Voraussetzungen etwa für Gottesdienste, Ausstellungen, Vorträgen, bei Musik oder für stille Momente. Der Freundeskreis der Christuskirche hat sich dazu hohe Ziele gesteckt. Ich denke, dass er diese langfristig erreichen wird. Die Finanzierung einer solchen Angebotsfülle darf dabei nicht aus dem Blick geraten, weshalb es auch künftig auf die Unterstützung vieler Menschen ankommen wird. Bekanntlich sind die Planung, die Absprachen und die Durchführung konkreter Veranstaltung nur die eine Seite der Medaille, die Heizkosten, Putzarbeiten, Wartungsarbeiten, Werbung u.v.m. sind die andere - und eine Medaille ist nur schön, wenn beide Seiten glänzen.

Was kann Ihrer Meinung nach der Förderkreis "Freunde der Christuskirche“ dazu beitragen und wie?
Davidson: Der Freundeskreis koordiniert künftig die Veranstaltungen in der Christuskirche. Das heißt, er ist verantwortlich für die kulturellen Angebote, die Planung, die Werbung und die Finanzierung. Hierbei kommt es auf ein gutes Miteinander zwischen Kirchengemeinde, Ortsgemeinde und dem Freundeskreis an. Des Weiteren sollte er die Interessen anderer Personen in den Blick nehmen, um die Angebotsbreite zu verändern und immer wieder neue Menschen für die Christuskirche zu gewinnen. Eine der großen Herausforderungen für den Freundeskreis wird es auch künftig sein, tatkräftige Unterstützung für die Christuskirche zu finden – sowohl finanzieller als auch ideeller Art. Sonst ist eine langfristige und nachhaltige Nutzung der Christuskirche in Gefahr. Ich bin sicher, dass der „Freundeskreis der Christuskirche“ diese Gefahr eher als schwierige Herausforderung sehen wird, die er mit überlegten Engagement für die Christuskirche und für v.a. für die Menschen im „Schlierseer Land“ gut meistern wird. Wenn Sie selbst Teil dieser von mir vorhergesagten Erfolgsgeschichte der Neu- Belebung der Christuskirche sein wollen, wenden Sie sich bitte an Frau Irmtraut Scherm (Tel. 08026-6224). Es lohnt sich bestimmt!





Der Freundeskreis koordiniert künftig die Veranstaltungen in der Christuskirche. Das heißt, er ist verantwortlich für die kulturellen Angebote, die Planung, die Werbung und die Finanzierung. Wenn Sie selbst Teil dieser von mir vorhergesagten Erfolgsgeschichte der Neu-Belebung der Christuskirche sein wollen, wenden Sie sich bitte an
Frau Irmtraut Scherm, Tel. 08026-6224


Einige Gedanken zur Christuskirche in Schliersee ...[mehr]